Punkt 8:00 Uhr am nächsten Morgen brach die Illusion von der Pracht der Familie Rivas wie ein Kartenhaus zusammen.

Der erste Anruf kam von Rodrigo. Es war der Chefbuchhalter von Rivas Constructora, und seine Stimme zitterte vor Panik: „Herr Rivas, die Bank hat unseren Kreditrahmen eingefroren! Alle unsere Lieferanten arbeiten nicht mehr. Sie sagten, die Bürgschaft von Frau Lucia Salgado sei um Mitternacht widerrufen worden. Wenn wir die 5 Millionen Pesos nicht bis Mittag bezahlen, gehen wir bankrott!“

Bevor Rodrigo die Tür schließen konnte, stürmte seine Mutter, Doña Mercedes, bleich und ohne ihre Perlenkette ins Schlafzimmer. „Rodrigo! Meine Karten sind gesperrt! Ich war in der Apotheke, um Medizin für deinen Vater zu holen, und sie haben meine Transaktion abgelehnt. Was ist los?!“

In diesem Moment ertönte ein Schrei von unten. Eduardo, der jüngere Bruder, überprüfte seinen Kontoauszug – sein Konto, auf das Lucias Geld immer automatisch überwiesen wurde, wies eine Null auf.

Zu allem Übel betrat Rosita, das Dienstmädchen, in Zivilkleidung das Esszimmer und ließ ihre Schürze auf dem Tisch liegen. „Ich gehe, Dona Mercedes“, sagte sie würdevoll. „Señora Lucia hat mir drei Monatsgehälter als Abfindung überwiesen und gesagt, ich arbeite nicht mehr für Sie. Viel Glück beim Putzen dieses großen Hauses.“ Valeria, die Haushälterin, noch immer in Lucias Seidenmorgenmantel vom Vorabend, beobachtete das Chaos mit offenem Mund. Schnell begriff sie, dass der „reiche und mächtige Rodrigo“ in Wirklichkeit nur ein leeres Versprechen war. Wortlos ging sie nach oben, packte ihre Koffer und fuhr mit dem Taxi davon, bevor Rodrigo sie aufhalten konnte. Sie wollte nicht mit einem Mann zusammen sein, dessen Zukunft von Verdammnis und Armut geprägt war.