Chinesische Bratnudeln gehören zu den beliebtesten Gerichten der asiatischen Küche. Sie sind herzhaft, aromatisch, schnell zubereitet und lassen sich mit vielen verschiedenen Zutaten kombinieren. Besonders beliebt ist die Variante mit zartem Hähnchenfleisch, knackigem Gemüse, würziger Sojasauce, frischem Ingwer und einem Hauch Sesamöl.
Dieses Rezept erinnert geschmacklich an die Bratnudeln vom Lieblings-Imbiss, kann aber ganz einfach in der eigenen Küche zubereitet werden. Der große Vorteil besteht darin, dass man die Zutaten selbst auswählen und die Würzung genau an den persönlichen Geschmack anpassen kann. Wer es milder mag, verwendet weniger Chiliflocken. Wer kräftige Aromen bevorzugt, kann mehr Sojasauce, Knoblauch oder Ingwer hinzufügen.
Die Kombination aus Eiernudeln, Hähnchen, Karotten, Paprika, Chinakohl und Frühlingszwiebeln ergibt eine ausgewogene und sättigende Mahlzeit. Die Nudeln werden in einer heißen Pfanne oder einem Wok angebraten, wodurch sie ein leicht geröstetes Aroma erhalten. Gleichzeitig bleibt das Gemüse angenehm bissfest und behält seine frische Farbe.
Chinesische Bratnudeln eignen sich perfekt für ein schnelles Mittagessen, ein unkompliziertes Abendessen oder die Verwertung von Gemüse, das noch im Kühlschrank liegt. Das gesamte Gericht kann in weniger als einer Stunde auf dem Tisch stehen und schmeckt auch am nächsten Tag noch sehr gut.
Warum selbst gemachte Bratnudeln so gut schmecken
Bratnudeln vom Imbiss sind besonders beliebt, weil sie kräftig gewürzt sind und eine typische Kombination aus salzigen, leicht süßen und würzigen Aromen bieten. Mit wenigen Grundzutaten lässt sich dieser Geschmack zu Hause nachahmen.
Sojasauce sorgt für die herzhafte und salzige Grundlage. Sesamöl bringt ein intensives, nussiges Aroma. Honig gleicht die salzigen Bestandteile mit einer milden Süße aus. Knoblauch und Ingwer geben dem Gericht Frische und Tiefe, während Chiliflocken für eine angenehme Schärfe sorgen.
Der wichtigste Unterschied zu gekochten Nudeln mit Sauce besteht darin, dass die Nudeln in einer sehr heißen Pfanne gebraten werden. Dadurch entstehen leichte Röstaromen, die für den typischen Imbissgeschmack entscheidend sind.
Auch das Gemüse wird nur kurz gegart. Es soll nicht vollständig weich werden, sondern noch etwas Biss behalten. Auf diese Weise entsteht eine interessante Kombination aus weichen Nudeln, zartem Fleisch und knackigem Gemüse.
Zutaten
Für etwa 3 bis 4 Portionen benötigen Sie:
- 250 g chinesische Eiernudeln
- 1 Hähnchenbrustfilet
- 2 bis 3 Karotten
- 1 grüne Paprikaschote
- 1 Zwiebel
- 3 Knoblauchzehen
- 1 Stück frischer Ingwer
- 1 halben Chinakohl
- einige Frühlingszwiebeln
- 1 Esslöffel Sesam
- 2 bis 3 Esslöffel Sojasauce
- 1 Esslöffel Sesamöl
- 1 Teelöffel Honig
- 1 Teelöffel Chiliflocken
- 2 Esslöffel Öl zum Braten
Optionale Zutaten
Das Grundrezept kann mit weiteren Zutaten ergänzt werden:
- 1 Ei
- Sojasprossen
- Bambussprossen
- Zuckerschoten
- Brokkoli
- Champignons
- rote oder gelbe Paprika
- kleine Maiskolben
- Pak Choi
- Erbsen
- geröstete Erdnüsse oder Cashewkerne
- Austernsauce
- Hoisinsauce
- Reisessig oder Limettensaft
- Sambal Oelek
- weißer Pfeffer
- etwas Knoblauchpulver
- frischer Koriander
Diese zusätzlichen Zutaten sind nicht notwendig, bieten aber viele Möglichkeiten, das Gericht immer wieder neu zu gestalten.
Welche Nudeln eignen sich?
Für klassische chinesische Bratnudeln werden häufig Eiernudeln verwendet. Sie haben eine feste Struktur und nehmen die Sauce gut auf.
Geeignet sind:
- chinesische Eiernudeln
- Mie-Nudeln
- Chow-Mein-Nudeln
- Woknudeln
- dünne Weizennudeln
- Instantnudeln ohne Gewürzbeutel
Auch Spaghetti können verwendet werden, wenn keine asiatischen Nudeln verfügbar sind. Sie sollten jedoch nur bissfest gekocht werden, damit sie beim späteren Braten nicht zu weich werden.
Reisnudeln eignen sich ebenfalls, ergeben jedoch eine etwas andere Konsistenz. Sie sind besonders empfindlich und sollten nur sehr kurz gebraten werden.
Die richtige Vorbereitung ist entscheidend
Beim Kochen im Wok oder in einer großen Pfanne geht alles sehr schnell. Deshalb sollten sämtliche Zutaten vollständig vorbereitet sein, bevor das Braten beginnt.
Das Fleisch wird in dünne Streifen geschnitten. Die Karotten werden in feine Stifte geteilt, die Paprika in Streifen geschnitten und die Zwiebel gewürfelt.
Knoblauch und Ingwer sollten fein gehackt oder gerieben werden. Der Chinakohl wird in grobe Stücke geschnitten, während die Frühlingszwiebeln in dünne Ringe geteilt werden.
Auch die Sauce sollte bereits angerührt neben dem Herd stehen. Sobald die Pfanne heiß ist, bleibt keine Zeit mehr, einzelne Zutaten zu suchen oder zu schneiden.
Diese vorbereitete Arbeitsweise wird häufig als Bereitstellung aller Zutaten bezeichnet und erleichtert die gesamte Zubereitung erheblich.
Das Hähnchen richtig schneiden
Das Hähnchenbrustfilet unter kaltem Wasser möglichst nicht abspülen, sondern direkt mit Küchenpapier trocken tupfen.
Anschließend sichtbare Sehnen und Fettstücke entfernen. Das Fleisch mit einem scharfen Messer quer zur Faser in dünne Streifen schneiden.
Dünne Fleischstreifen garen schnell und bleiben bei kurzer Bratzeit besonders zart. Zu dicke Stücke benötigen länger und können außen bereits trocken sein, während sie innen noch nicht vollständig gegart sind.
Das geschnittene Fleisch bis zur Verwendung kühl stellen.
Das Hähnchen marinieren
Für besonders aromatisches und zartes Fleisch kann das Hähnchen vor dem Braten mariniert werden.
Dafür die Fleischstreifen mit folgenden Zutaten vermischen:
- 1 Esslöffel Sojasauce
- 1 Teelöffel Öl
- etwas geriebener Ingwer
- etwas Knoblauch
- 1 Teelöffel Speisestärke
Die Speisestärke bildet beim Braten eine dünne Schutzschicht und hilft dabei, das Fleisch saftig zu halten.
Das Hähnchen etwa 15 bis 30 Minuten im Kühlschrank marinieren. Bei wenig Zeit kann es auch sofort verwendet werden.
Zusätzliches Salz ist normalerweise nicht notwendig, da die Sojasauce bereits salzig ist.
Die Karotten vorbereiten
Die Karotten schälen oder gründlich waschen. Anschließend in dünne Stifte schneiden.
Je feiner die Karotten geschnitten werden, desto schneller garen sie. Sie sollen beim Servieren noch etwas Biss besitzen und nicht vollständig weich sein.
Wer keine gleichmäßigen Stifte schneiden möchte, kann einen Julienneschneider oder einen Gemüsehobel verwenden.
Alternativ lassen sich die Karotten auch grob raspeln. Geraspelte Karotten garen sehr schnell und sollten erst gegen Ende hinzugefügt werden.
Paprika und Zwiebeln vorbereiten
Die Paprikaschote waschen, halbieren und von Kernen sowie weißen Trennwänden befreien. Anschließend in dünne Streifen schneiden.
Die Zwiebel schälen und in Würfel oder schmale Streifen schneiden. Zwiebelstreifen passen optisch besonders gut zu den übrigen Zutaten.
Wer einen milderen Geschmack bevorzugt, kann statt einer normalen Zwiebel eine rote Zwiebel verwenden.
Paprika und Zwiebeln sollten ungefähr gleich groß geschnitten sein, damit sie gleichmäßig garen.
Knoblauch und Ingwer
Knoblauch und Ingwer bilden die aromatische Grundlage vieler asiatischer Gerichte.
Die Knoblauchzehen schälen und fein hacken oder durch eine Presse drücken.
Den Ingwer schälen und fein reiben. Zum Schälen eignet sich die Kante eines Teelöffels besonders gut. Damit lässt sich die dünne Schale entfernen, ohne zu viel vom Ingwer abzuschneiden.
Je nach Geschmack genügt ein Stück Ingwer von etwa zwei bis drei Zentimetern.
Knoblauch und Ingwer dürfen nur kurz gebraten werden. Bei zu langer oder zu heißer Zubereitung können sie verbrennen und bitter schmecken.
Den Chinakohl vorbereiten
Die äußeren Blätter des Chinakohls entfernen, falls sie beschädigt oder welk sind.
Den Kohl längs halbieren und den festen Strunk teilweise herausschneiden. Anschließend die Blätter in grobe Streifen oder mundgerechte Stücke schneiden.
Chinakohl fällt beim Braten schnell zusammen und benötigt nur wenige Minuten. Die festen weißen Teile können etwas früher in die Pfanne gegeben werden als die zarten grünen Blätter.
Den geschnittenen Chinakohl gründlich waschen und gut abtropfen lassen. Zu viel Wasser kann die Pfanne abkühlen und verhindert, dass die Zutaten richtig braten.
Die Frühlingszwiebeln vorbereiten
Die Wurzelenden und eventuell welke grüne Spitzen entfernen.
Frühlingszwiebeln gründlich waschen und in feine Ringe schneiden.
Die weißen Teile haben einen kräftigeren Geschmack und können mit dem übrigen Gemüse gebraten werden. Die grünen Ringe eignen sich besonders gut als frische Garnitur.
Ein Teil der Frühlingszwiebeln sollte deshalb bis zum Servieren zurückbehalten werden.
Die Sauce anrühren
Für die Sauce Sojasauce, Sesamöl, Honig und Chiliflocken in einer kleinen Schüssel miteinander verrühren.
Die Grundmischung besteht aus:
- 2 bis 3 Esslöffeln Sojasauce
- 1 Esslöffel Sesamöl
- 1 Teelöffel Honig
- 1 Teelöffel Chiliflocken
Wer eine größere Menge Sauce möchte, kann zusätzlich zwei bis drei Esslöffel Wasser oder Gemüsebrühe hinzufügen.
Für mehr Säure und Frische passt ein Teelöffel Reisessig oder Limettensaft.
Ein Esslöffel Austernsauce macht die Sauce kräftiger und leicht süßlich. Für eine vegetarische Variante kann eine pilzbasierte Sauce verwendet werden.
Die Sauce zunächst sparsam würzen. Zusätzliche Sojasauce kann am Ende leicht hinzugefügt werden, während ein zu salziges Gericht schwer zu korrigieren ist.
Die Nudeln richtig kochen
Die Eiernudeln nach Packungsanweisung zubereiten. Je nach Sorte werden sie gekocht oder nur mit heißem Wasser übergossen.
Wichtig ist, dass die Nudeln nicht vollständig weich werden. Sie garen später beim Braten weiter.
Die Nudeln deshalb ungefähr eine Minute kürzer kochen, als auf der Packung angegeben.
Anschließend in ein Sieb abgießen und kurz mit kaltem Wasser abspülen. Dadurch wird der Garprozess gestoppt und überschüssige Stärke entfernt.
Die Nudeln gut abtropfen lassen. Danach mit einem kleinen Teelöffel Öl vermischen, damit sie nicht zusammenkleben.
Warum kalte Nudeln besser braten
Frisch gekochte, heiße Nudeln enthalten viel Feuchtigkeit und sind sehr weich. Werden sie sofort in die Pfanne gegeben, können sie schnell verkleben oder zerfallen.
Ideal sind Nudeln, die vollständig abgekühlt sind. Sie können sogar einige Stunden vorher oder am Vortag gekocht werden.
Kalte Nudeln behalten beim Braten besser ihre Form und entwickeln leichter leichte Röstaromen.
Wer nur frisch gekochte Nudeln zur Verfügung hat, sollte sie nach dem Abgießen auf einem großen Teller oder Backblech verteilen und einige Minuten ausdampfen lassen.