Er glaubte, seine Brüder liebten ihn, doch als er sich vor der Hochzeit in seinem Zimmer versteckte, belauschte er ihren grausamen Plan, sein Vermögen zu stehlen.

Die Luft in dem Zimmer der luxuriösen   Hacienda in San Miguel de Allende war erfüllt vom Duft kostbarer Blumen und Stärke. Javier Mendoza, 38, der sich ein Tequila-Imperium aus dem Nichts aufgebaut hatte, lag ausgestreckt auf dem Teppich, die Brust auf den Boden gepresst, sein Herz pochte wie eine Trommel einer Sinaloa-Band gegen seine Rippen. Nur eine Minute zuvor war der goldene Manschettenknopf, den ihm sein Großvater hinterlassen hatte, unter das riesige Mahagonibett gerollt. Als er sich bückte, um ihn aufzuheben, hörte er die Tür aufgehen. Getrieben von einem kindlichen Instinkt oder vielleicht von einer grausamen Fügung des Schicksals, beschloss er zu schweigen, in der Hoffnung, seine Familie zu überraschen.