— Wie oft war sie schon hier?
Denis schaute weg.
Das erwies sich als ausreichend.
Elena nickte kurz.
Dann ging sie zum Fenster.
Draußen begann es zu regnen.
Die Leute gingen eilig ihren Geschäften nach.
Ein ganz normaler Abend.
Und ihre Ehe zerbrach.
Und seltsamerweise hatte sie keine Lust zu weinen.
Ich wollte nur eins.
Damit dieser Mann aus ihrer Wohnung verschwinde.
Für immer.
Sie drehte sich um.
– Du hast eine Stunde Zeit.
– Wofür?
— Pack deine Sachen.
Denis kicherte.
— Was passiert, wenn ich nicht gehe?
Elena blickte ihn ruhig an.
Dann stehen morgen Ihre Koffer am Eingang.
Er wurde wieder wütend.
– Du benimmst dich wie eine Hysterikerin!
– Nein. Als Eigentümer meiner eigenen Wohnung.
— Ersticke an deiner Wohnung!
— Mir wird schon ganz anders. Vor allem nach Ihren Gästen.
Er packte abrupt seine Jacke.
— Glaubst du, irgendjemand braucht dich mit so einem Charakter?!
Elena kam näher.
Und sie sagte leise:
— Aber dann muss ich Frauen nicht mehr anlügen und behaupten, ich wohne in meiner eigenen Wohnung.
Er sah sie einige Sekunden lang an.
Dann trat er mit Wucht gegen den Stuhl.
Und er ging in das Zimmer, um seine Sachen zu holen.
Das Zuschlagen der Türen hallte fast eine weitere Stunde lang durch die Wohnung.
Er machte absichtlich Lärm.
Wirf Dinge.
Mir ist etwas heruntergefallen.
Er riss die Schränke mit solcher Wucht auf, als wolle er die Türen einreißen.
Elena saß in der Küche und trank schweigend Wasser.
Ohne Tränen.
Ohne zu zittern.
Nur gelegentlich blickte ich auf die Glasscherben im Spülbecken.
Dann kam Denis mit Taschen heraus.
Im Flur stehen geblieben.
– Das wirst du bereuen.
Elena lehnte ihre Schulter gegen die Wand.
– NEIN.
– Ich meine es ernst.
– Und ich nicht.
Er sah sie lange an.
Es war, als ob er darauf wartete, dass sie ihn aufhielt.
Ich werde etwas sagen.
Wenigstens wird er schreien.
Doch Elena schwieg.
Und das erwies sich als weitaus schlimmer als jeder Skandal.
Denn in ihrem Blick war keine Liebe mehr zu sehen.
Da war gar nichts.
Einfach nur Müdigkeit.
Denis öffnete die Tür abrupt.
Und er ging.
Und eine Sekunde später steckte er seinen Kopf wieder in die Wohnung.
– Und ja! Kira hätte mich sowieso gewählt!
Elena lachte plötzlich.
Wirklich.
Zum ersten Mal heute Abend.
– Denis… Sie ist weggelaufen, sobald sie erfahren hat, dass du mit deiner Frau zusammenlebst.
Er lief lila an.
Die Tür knallte zu.
Sofort herrschte Stille in der Wohnung.
Real.
Taub.
Elena atmete langsam aus.
Dann ging sie zur Tür.
Das Schloss wurde geschlossen.
Und zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte ich mich wie zu Hause.