Mir stockte der Atem.
„Wann gedenkst du, es ihr zu sagen?“, fragte ihr Vater.
Thomas lachte leise.
„Das ist nicht nötig. Sobald die Verträge unterschrieben sind, ist die Firma gesichert. Und wenn sie sich langweilt … gibt es immer einen Ausweg.“
Meine Hände zitterten.
Es ging nicht um Liebe. Es ging um Besitz, Einfluss, Sicherheit. Für sie war ich keine Freundin; ich war eine Sicherheit. Ein Geschäft.
„Und ehrlich gesagt“, fuhr ihre Mutter fort, „ihr Nachname, ihre Herkunft … das spielt uns alles in die Karten. Sie ist vertrauensvoll. Dankbar. Genau das, was wir brauchen.“
Mir wurde eiskalt.
Ich wollte schreien. Aus der Tür stürmen und sie konfrontieren. Die Wahrheit fordern. Stattdessen presste ich mich an die Wand und hielt den Atem an, als etwas in mir mit vernichtender Klarheit zerbrach.
Ich klopfte nicht.
Ich weinte nicht.
Ich ging. Stundenlang fuhr ich ziellos umher, mein Brautkleid flatterte hinter mir her wie eine schmerzhafte Erinnerung. Bei Sonnenaufgang parkte ich mein Auto an der Küste von Tarragona und beobachtete schweigend den Sonnenaufgang.
Dort, ganz allein, traf ich meine Entscheidung.
Ich würde die Hochzeit nicht absagen.